Das Projekt firm wurde durch das Staatliche Schulamt in der Landeshauptstadt München und den Arbeitskreis Mittelschule Wirtschaft ins Leben gerufen. Durch firm sollen die Schüler im Schonraum Schule die Wirklichkeit des Wirtschaftslebens kennen lernen. Dazu gründen die Schüler eine Schülerfirma entsprechend ihrer Geschäftsidee und agieren real am Markt. Sie können produzieren, Dienstleistungen anbieten oder auch Handel treiben. Wichtig ist, dass die Schülerfirma sich eine Betriebsstruktur gibt, gewinnorientiert arbeitet, Buch führt und über ihre Aktivitäten Aufzeichnungen anfertigt.

Bei dem Projekt firm erhalten die Schüler Unterstützung durch 2 Lehrkräfte, die für diese Arbeitsgemeinschaft firm mit 2 Wochenstunden eingesetzt werden. Weitere Hilfen und Unterstützung - auch finanzieller Art - bieten zahlreiche Münchener Großfirmen. Das Projekt firm ist auch ein Wettbewerb zwischen den Schülerfirmen der beteiligten Schulen. Daher steht am Ende des Projekts eine Messe mit einer Präsentationsveranstaltung, in deren Verlauf die erfolgreichste Schule prämiert wird. Grundlage für die Wertung sind die eingereichten Unterlagen (Gründungs-, Werbeunterlagen, Buchführung, Korrespondenz usw.), die Präsentation der Schüler an ihrem Messestand und der live gespielte Werbespot auf der Bühne. Ein wichtiges Kriterium für die Wertung sind Kreativität und die praxisbezogene Umsetzung der Geschäftsidee.

Die Initiatoren des Projekts firm versprechen sich von diesem Vorhaben nicht nur eine Stärkung der Mittelschule und eine Verbesserung des Ansehens dieser Schulart in der Öffentlichkeit, sondern sie erwarten auch für den einzelnen Schüler Lernprozesse und Erkenntnisse, die weit über Unterrichtsinhalte hinaus gehen. So wird das Selbstbewusstsein des Schülers gestärkt, er bekommt tiefere Einblicke in wirtschaftliches Handeln und kann sich selbst besser einschätzen. Damit soll die Berufsorientierung leichter werden. Diese zusätzlich erworbenen Qualifikationen und das zusätzliche Engagement sollen auch die Startchancen der beteiligten Schüler bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle verbessern. Um dies zu unterstützen erhalten die Schüler nach Abschluss des Projekts eine Urkunde und einen entsprechenden Vermerk im Zeugnis. Die Münchener Firmen werden über die Kammern informiert und einige haben bereits im Vorfeld signalisiert, Mitglieder von Schülerfirmen bevorzugt bei der Auswahl für Ausbildungsplätze zu berücksichtigen.

Die seit dem Projektstart 2005 gemachten Erfahrungen bestätigen diese Erwartungen.

  • Die Schüler berichten davon, dass sie sich besser einschätzen können, sie haben gelernt, sich und ihre Arbeit besser und zielgerichteter zu organisieren. Dazu kommt noch dass sie merken, wie wichtig die sog. Schlüsselqualifikationen sind und nur ein gemeinsames Arbeiten den Erfolg bringt. Die Lehrer sprechen von hoch motivierten Schülern, die anfangs zwar viel Hilfe brauchen, jedoch zunehmend selbstständiger werden. Es entsteht ein wesentlich besserer Kontakt zu den Schülern.
  • Die bisher vorliegenden Erfahrungen der Betriebe sind durchaus positiv. Sie bemerken die Grunderfahrungen der Schüler und sprechen von zielstrebigen, engagierten Schülern


Immer mehr Mittelschulen beteiligen sich an dem Projekt. Im ersten Jahr des Projekts starteten 12 Münchener Hauptschulen, im Jahr 2008 waren es schon 21 Schülerfirmen, die um die Siegprämie von 500 € kämpfen. In den ersten beiden Jahren gewann die Hauptschule an der Toni-Pfülf-Straße und auch im letzten Jahr konnte sie mit selbstgemachten Pralinen wieder den ersten Platz erreichen.

In vielen Schulen ist das Interesse bei den Schülern schon so groß, dass bereits am Ende des Schuljahres bei den 7. Klassschülern ein Auswahl- bzw. Bewerbungsverfahren durchgeführt werden muss. So ist eine der letzten Aufgaben der Chefs der aktuellen Schülerfirmen, ihren Nachfolger selbst zu bestimmen..

Das Projekt firm ist fester Bestandteil der Münchener Mittelschullandschaft geworden und prägt damit das Schulprofil vieler Mittelschulen nachhaltig. Es findet großen Anklang bei Eltern und Schülern und trägt sicher mit dazu bei, dass die Schüler bessere Chancen haben, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden und Verständnis für die Arbeits- und Wirtschaftsleben zu entwickeln.